1 x rundherum

1 x rundherum

 

Auf Weltreise mit Erdnussallergie

Zwei Jahre vor meiner Reise 1x rundherum hatte ich bereits gewusst, dass ich mich im Juli 2013 aufmachen würde, eine paar schöne Ecken der Erde zu bereisen. Lange nahm ich mir Zeit, herauszufinden, wo es mich denn hintreiben sollte. Was aber schon immer klar war: Es würde wegen meiner Erdnussallergie nicht der asiatische Raum sein!

Ca. Oktober 2012 wusste ich, welche Länder ich bereisen wollte; um Ostern 2013 stand die Route mehr oder weniger fest: Australien, Neuseeland, Chile, Argentinien (mit einem Monat „Pause“ in Buenos Aires), Brasilien, Bolivien, Peru.

Weltkarte

Ferienplanung

Erst bei der Feinplanung wurde mir auch immer mehr bewusst, dass bei mir neben der ständigen Reiserei und dem damit verbundenen Planen, Buchen, Organisieren auch das Thema Essen ein grosses werden würde. Ich reagiere bis jetzt zum Glück nicht körperlich auf die Inhalation von Erdnüssen und Kichererbsen, aber dennoch machen mich der Anblick und der Geruch von Erdnüssen sehr nervös. Unter anderem auch dank der Unterstützung und den Tipps von Angelica Dünner konnte ich mich, soweit das überhaupt geht, diesbezüglich gut vorbereiten: ein neuer Epi-Pen, „Übersetzungskarten“ in Spanisch und Portugiesisch, australische Links zum Thema Erdnussallergie und Anaphylaxie und kurz vor der Abreise auch die Information an meine erste Gastgeberin in meiner airbnb-Unterkunft. Zudem versuchte ich über Globetrotter, bei denen ich meine Flüge gebucht hatte, abzuklären, wie das mit den Erdnüssen auf den Flügen aussehen würde. Leider konnte mir meine Beraterin nur mitteilen, dass sie es überall in die Buchungen reingeschrieben hätte, dass sie mir aber keine Garantie geben könnte.

Es geht los

Ende Juli 2013 sass ich im Flugi nach Helsinki. Nachdem ich selbst rausgefunden hatte, dass Finnair keine Rücksicht auf Erdnussallergiker nehmen kann (mag), war ich natürlich ein bisschen nervös, wie ich denn die zwei Flüge nach Singapur überleben würde. Natürlich hatte ich meinen eigenen Lunch eingepackt, aber wenn 400 Leute miteinander ein Erdnusssäckli aufreissen und dieser Duft dann noch während einer Stunde immer wieder durch die Klimaanlage ausgestossen wird, finde ich das relativ schlimm. Es kam noch schlimmer…

Auf dem ersten Flug bestätigte man mir, dass man die Erdnüsse nicht an alle verteile, aber wenn sie jemand bestelle, dann würde man ihm diesen Wunsch erfüllen. Das verstand ich und das lief auch ohne Probleme so ab. Im zweiten Flieger vor dem Abflug sagte mir die Flight Attendant, dass sie an alle Erdnüsse verteilen würden und dass auch das Essen erdnusshaltig sei und ob ich meine Medikament dabei hätte, sonst müsse sie einen Arzt kontaktieren und sich erkundigen, ob ich überhaupt mitfliegen dürfe… Natürlich hatte ich meine Spritze dabei und natürlich wollte ich nicht wieder aussteigen! Ich behauptete also, meine Allergie sei nicht so schlimm und ich durfte bleiben. Und dann gab es 400mal Chicken with Peanut sauce!!! Wie bereits erwähnt hatte ich bis dahin noch nie auf Inhalation reagiert, aber wer wusste, dass es auch so bleibt? Nun, ich schloss mich für ca. 20 Minuten im WC ein - es war für mich in der Kabine unerträglich. Später versuchte ich einen temporären Platz in der First Class zu bekommen, da dort das Essen schon durch war. Dies wurde von der Maître de cabine gar nicht goutiert und das Verständnis war gleich null… Sie meinte sogar, ich hätte gar nicht fliegen dürfen – aber ich solle mich melden, falls ich reagieren würde…

Dies waren die schlimmsten Stunden meiner Reise bezüglich der Erdnussallergie. Nie mehr danach kam ich in eine für mich solch bedrohliche Situation.

Während der drei Tagen Zwischenhalt in Singapur ass ich die mitgebrachten Blevita und gekaufte Bananen – an etwas anderes wagte ich mich nicht…

Strassenverkauf

Haeuser

 

Australien

Der Weiterflug nach Darwin, Australien, war äusserst angenehm, zumal der von mir über meine Allergie informierte Flight Attendant sehr verständnisvoll reagierte und auch nichts Erdnussiges serviert wurde.

Angekommen in Australien begann auch meine Zeit als „Köchin“ – für mich eine neue Erfahrung, da ich nicht so gerne koche und mich tagelang von Käse und rohem Gemüse ernähren könnte. Was mich sehr freute, war die Tatsache, dass die meisten Produkte sehr genau deklariert sind, bzw. dass es eine Allergiker-Info drauf hat. Wenn also jeweils auf einem Produkt nichts von Erdnüssen stand, las ich noch andere Produkte derselben Linie oder Marke durch. Wenn da auch nichts stand, fühlte ich mich sicher. Oder wenn z.B. deklariert war, dass das Produkt Soja enthalte, nahm ich an, dass die Erdnüsse auch deklariert wären, falls…

Ich wohnte zweimal für ein paar Tage bei Privatpersonen (airbnb), wo ich selbst kochte. Danach buchte ich alle meine Hostels mit folgenden Filter-Einstellungen: W-Lan und Küche.

Immer wieder befand ich mich aber auch in Situationen, in denen ich über meine Allergie vorinformieren und dann vor jedem Essen kontrollieren musste, ob ich auch wirklich mitessen konnte. Immer nahm ich selbst noch Krackers oder Pumpernickel mit, „im Falle, dass“.

Zum Beispiel von Darwin aus machte ich eine 5-tägige Gruppentour durch den Kakadou- und den Litchfield-National Park: 5 Tage selbst kochen in völliger Abgeschiedenheit. Ich informierte bei der Buchung der Tour, dann den Guide, der auch der Koch war, und die anderen Gruppenmitglieder und ich inspizierte alle Lebensmittel vor dem Kochen. Als die Erdnussbutter dann am Morgen doch auf dem Frühstückstisch stand, war es eine australische Lady, welche sie einfach eigenhändig in den Abfalleimer warf.

Grill1Croc

 

In Cairns machte ich einen eintägigen Ausflug mit dem Schiff zum Great Barrier Reef. Da im Preis auch ein Mittagessen zwischen den Schnorchelgängen inbegriffen war, kündigte ich bei der Buchung meine Erdnussallergie an. Die Dame meinte, dass es kein Problem sei. Als ich dann aber auf dem Schiff plötzlich doch den Erdnussgeruch aus dem Innern des Schiffes riechen konnte, war ich froh, dass ich ein paar Crackers mit dabei hatte. Ich ass nichts vom Buffet.

Cairns1Cairns2

Vor dem 4-tägigen Turn durch die Whitesunday Islands ging ich zuerst mit dem Kapitän und Koch durch die Kombüse und schaute alle Produkte an. Angekommen bei der Erdnussbutter bat ich ihn, diese sofort zu entsorgen, was er auch ohne mit den Wimpern zu zucken machte. Auch rief er mich immer beim Kochen zu sich, damit ich nochmals anschauen konnte, was er verwendete. Dennoch vertraute ich nicht allem (z.B. dem Brot) und bediente mich drum immer wieder von meinem Pumpernickel-Vorrat.

Fraser1frazer2

Die nächste Tour führte mich auf Fraser Island, wiederum eine Tour weit weg von der Zivilisation, mit campieren und selbst kochen. Da mir der Veranstalter nicht garantieren konnte, dass das Essen erdnussfrei sein würde, erliess er mir den Betrag für das Essen und ich kochte mir Pasta für drei Abende vor und nahm einiges an Käse, Pumpernickel, Gemüse und Früchte mit. Auch dieses Mal stand die Erdnussbutter zum Frühstück wieder auf dem Tisch – ich war happy mit meinen Crackers und den Früchten!

Frazer3Frazer4

Beim Selbstkochen hatte ich so weit so gut alles unter Kontrolle. In Australien gibt es eine Linie mit dem Namen „Freedom“ und alle Produkte sind gluten- und erdnussfrei: So konnte ich mich immer wieder mit Müeslistengel und Guetzli eindecken, was mir das Leben ein bisschen versüsste. Auf die berühmten australischen Barbecues verzichtete ich – die Grillanlagen waren mir einfach nicht sicher genug.

AussieFreedom

In vielen Hostels gehörte ich zu den Älteren unter den Gästen. Viele waren Leute um die zwanzig, die z.B. nach dem Abitur nach Australien gereist waren, um dort ein bisschen zu arbeiten und rumzureisen. Ich konnte sehen, dass viele von ihnen auch zum ersten Mal selbst kochen und vor allem auch wieder abwaschen, aufräumen und putzen mussten. Dies gelang nicht allen gleich gut und punkto Sauberkeit war’s manchmal schwierig in den Hostel-Küchen. Aus diesem Grund hatte ich mit der Zeit meinen eigenen Teller, mein Besteck, meinen Becher (aus dem ich wunderbar am Morgen den Kaffee und am Abend den Wein trinken konnte…). In einem Hostel in Melbourne kam ich an meine Grenzen, was die Sauberkeit betraf, weswegen ich dann auch noch eine kleine normale, eine Bratpfanne, einen Schwamm und ein eigenes Abtrocknungstuch kaufte… Mehrere Male konnte ich beobachten, wie die Erdnussbutter mit einem Schwamm vom Messer „geputzt“, der Schwamm danach aber nicht ausgewaschen wurde…

So sahen die guten Hostel-Küchen aus (YHA):

YHA_kitchenYHA_kitchen2

Und so war ich durch Australien und später auch durch Neuseeland gereist:

My_own_kitchen

Hin und wieder machte ich eine eintägige Weintour, auch später in Chile und Argentinien. Hier auf der Tour im Barrossa Valley konnte/wollte mir der Veranstalter nicht garantieren, dass das im Preis inbegriffene Essen erdnussfrei sei, weswegen ich auch einen reduzierten Preis bezahlen und dafür meine eigenen Snacks zum Wein mitbringen konnte.

Barossa1Barossa2

 

Neuseeland

Weiter ging es nach Neuseeland, wo ich in etwa dieselben Verhältnisse bezüglich Deklaration auf Nahrungsmitteln, Sauberkeit der Küchen und Verwendung von Erdnussbutter vorfand.

Ich reiste in einer Art Bustour über die Nord- und Südinsel, zusammen mit einer anderen Schweizerin, die ich im Bus kennengelernt hatte. Die Leute um uns herum staunten manchmal, dass wir wohl zusammen reisten und am Abend zusammen assen, aber nicht dasselbe: Sie kochte ihr Gericht, ich meines. So fühlte ich mich am wohlsten und hatte nicht ständig das Gefühl, ich müsse ihr beim Kochen „auf die Finger schauen“.

Es gab aber auch Momente, in denen wir bekocht wurden, z.B. in einem Maori-Kulturzentrum. Hier konnte ich über unseren Guide das Kochteam im Voraus informieren und sie erklärten mir genau, was sie verwendet hatten und was ich wohl besser nicht essen sollte – oder sie kochten mir gar was anderes.

Auch wagte ich es mit meiner Kollegin zusammen Pizza essen zu gehen – dies war das erste Mal überhaupt, dass ich auswärts essen war!

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Wechsel des Kontinents

Weiter ging es mit einem entspannten Flug mit Qantas nach Chile, wo ich feststellen konnte, dass das Durchschnittsalter der Gäste in den Hostels höher und somit die Küchen sauberer waren... Neu war auch, dass in Südamerika generell oft das Frühstück inbegriffen war. Aber da bediente ich mich höchstens vom Käse, von hartgekochten Eiern und von den Früchten. Nun sollte ich ja auch noch ein bisschen aufpassen, dass ich keinen Käfer erwischte…

In Valparaiso hatte ich ein Einzelzimmer, ein Eckzimmer mit zwei Fenstern auf zwei Seiten raus und somit Blick über den Hafen und die Stadt. Ich genoss es so, am Abend beim Eindunkeln in meinem Zimmer zu sitzen und entweder ein kaltes Plättli oder die in der Küche gekochten Pasta zu essen.

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Generell vermisste ich dieses Auswärtsessen nicht, zumal ich es auch von zu Hause nicht wirklich kenne. Klar hätte ich gerne mal eine Empanada probiert, aber das Risiko war mir zu gross.

Weiter reiste ich nach Argentinien und Buenos Aires, wo ich vier Wochen bei einer Schweizerin und ihrem Sohn wohnte. Da der Sohn eine Glutenunverträglichkeit hat, war es für sie absolut verständlich, dass sie für einmal während der Samichlauszeit keine Erdnüssli zu Hause haben konnte. Ich kam an meiner Spanischschule auch mal in den Genuss eines Asado: ein Riesenmocken Fleisch, nur mit Salz gewürzt und dann stundenlang auf kleinster Glut gebraten.

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In Buenos Aires sind leider Fainas (= Pizzas aus Kichererbsenmehl) eine Spezialiät – was es für mich als Kichererbsenallergikerin schwierig machte, Pizza essen zu gehen. Übers Internet fand ich aber eine Pizzeria ohne Fainas und kam somit wieder mal in den Genuss einer feinen Pizza.

Das Nationalgetränk der Argentinier und der Uruguyaier probierte ich nur einmal in einer kleinen Gruppe, bei der ich wusste, dass sie sicher keine Erdnüsse gegessen hatte, da wir den ganzen Tag zusammen auf einem Boot verbracht hatten, auf dem ein Schweizer (gemäss meinen Instruktionen) gekocht hatte… Mate wird in Gruppen herumgereicht und jeder nimmt ein Schluck – was da auch sonst noch für Bakterien herumgegeben werden…!

BA3Mate

Im Dezember ist in Südamerika Hochsommer und in der Wohnung in Buenos Aires fiel die Temperatur über Nacht nicht mal unter 30 Grad!

Temp

 

Ich machte mir drum langsam Sorgen, ob meine Adrenalinspritzen wohl noch einsatzbereit waren. Sowohl die per Mail angefragte Angelica Dünner wie auch mein Hausarzt meinten, ich solle mir falls möglich zwei neue Spritzen durch eine Freundin, die mich besuchen sollte, bringen lassen. Meine Mutter bekam zudem den Auftrag, herauszufinden, ob es ein Kühlsystem für Spritzen geben würde. Sie gab meiner Freundin, die mit mir drei Wochen durch Patagonien wanderte, einen Beutel des Frio-Kühlsystems mit. Diese Beutel sind gedacht, Insulinspritzen zu kühlen. Weil ich damals noch nicht sicher war, ob das wohl für meine Adrenalinspritzen wieder zu kalt wäre, steckte ich die neuen Adrenalinspritzen nicht in den Beutel, sondern packte sie einfach dazu – in der Hoffnung, dass dies nun die richtige Lösung sei.

Meine Freundin brachte aus der Schweiz zwei Gerber Fondue mit. Das eine assen wir in richtiger Fonduestimmung  nach einer Wanderung – ich mit Kartoffeln, sie mit Brot.

Fondue1Fondue2

 

Torre de Paine

 

Die 4-tägige Wanderung durch den Nationalpark Torres del Paine buchte ein Reisebüro für mich. Charles, unserer Kontaktperson, schrieb ich von meiner Allergie, da ich schon ein bisschen Respekt hatte, vier Tage in der Abgeschiedenheit zu wandern und dort wieder mal einer fremden Küche ausgesetzt zu sein. Charles schrieb:

“I HAVE A FRIEND WITH THE SAME ISSUE.

I GUESS YOU GO AROUND WITH A SHOT OF ADRENALINE AT THE READY, IF NOT MAYBE TAKE SOME. IF YOU HAD AN ATTACK IN THESE REMOTE AREAS IT WOULD BE FATAL.

My friend almost died in Buenos Aires once! Just got to hospital in time.

In reality if you have an issue on the W Trek you will be waiting a long time for a helicopter.

My advice would be, but obviously YOU are the one who knows only too well how to handle things, stay completely away from any kind of food that could remotely have the ingredients in that will affect you and double check with the CHEF in each refugio, via an interpreter if necessary, that no knives, people‘s hands have been touching pea nuts, oil etc etc.

Some of these people are not really aware of the real risk and many of the people are young and therefore "not that bright".”

Ja, und so deckte ich mich mal wieder mit vielen Crackers und Käse für den Lunch ein. Am Abend in den Refugios fragte ich in der Küche nach. Am zweiten Abend meinte der Chef auf meine Erdnussallergie angesprochen ca. fünfundzwanzigmal: „No hay problema!“ und „No te preoccupa!“ Zum Glück kümmerten wir uns dennoch vor dem Essen nochmals darum und fragten beim verwendeten Öl nochmals nach – es war erdnussig!

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In Ushuaia, am Ende der Welt, feierte ich meinen Geburtstag, zu dem ich eine Geburtstagsbanane von Juliette geschenkt bekam. Am Abend gingen wir essen und auch da gab‘s für mich ein typisches Gericht, zuerst serviert mit Nüssen…:

Birthday1Birthday2

Das nächste Abenteuer stand auf dem Programm: Zu meinem Geburtstag hatte ich mir eine Last-Minute-Reise in die Antarktis geschenkt. Damit es keine Probleme mit dem Essen geben sollte, liess ich über die Agentur die Bord-Küche über meine Allergie vorinformieren. Gross war mein Schock, als ich feststellen musste, dass das Personal von meiner Allergie nichts wusste… Nachdem ich sie aber nochmals aufs Eindringlichste informiert hatte, bekam ich immer nach dem Frühstück die Menukarte vom Mittag- und Abendessen, wo angestrichen war, was ich nicht essen konnte. Zudem sollte ich immer am selben Tisch mit demselben Kellner sitzen. Die Erdnussbutter auf dem Frühstückstisch hielt mich von diesem fern. Stattdessen ass ich meine mitgebrachten Crackers, ein hartgekochtes Ei und Früchte. Mehr braucht‘s ja auch nicht…

Antarktis1Antarktis2

 

Zurück nach Brasilien

Nach Argentinien reiste ich mit Bus und Flugzeug nach Salvador de Baiha, Brasilien. Ich musste herausfinden, dass im tropischen Norden von Brasilien die Erdnüsse wieder stark in div. Gerichten vorkommen, sogar als Dekoration auf Drinks gestreut werden. Ich ernährte mich wieder von rohem Gemüse, Käse, Crackers und Pasta. Ein „Höhepunkt“ für mich war eine am Strand gekaufte, ungeöffnete Kokosnuss, aus der ich die Kokosmilch mit einem Strohhalm trinken musste.

Kokosnuss

 

Wie man bis jetzt lesen konnte, handelte es sich immer um dieselben Themen und Vorgehensweisen, damit ich keine Erdnüsse erwischte: Vorinformation, Verzicht, Vorkochen, Kontrolle – und ganz viel Bauchgefühl und eine dicke Haut, denn nicht alle Mitreisenden konnten verstehen, warum ich manchmal nur auf einen Drink mitkam und danach zurück zum Hostel ging, um für mich zu kochen.

Spezielle Koch- und Essmomente

Im Folgenden finden sich chronologisch und in kürzerer Form weitere „Koch- und Esssituationen“, die zeigen sollen, dass meine Reise 1xrundherum trotz der Erdnussallergie machbar und geniessbar war.

In Barra de Lagoa backte mir ein Mann, jetzt mein Ehemann…, eine Pizza.

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Für den 4-tägigen Trip durch den Salar de Uyuni kochte ich Pasta vor und brachte Thon in der Büchse, Früchte und Cracker mit.

VorbereitungSalzwueste

Die 4000 – 4500 Meter über Meer, z.B. in Potosí, ertrug ich wohl so hervorragend, weil ich dank meinem selbstgekochtem Essen keinen Käfer und kein Bakterium erwischte und immer super energiegeladen war – währendem andere mit Bauchkrämpfen, Durchfall und Erbrechen zu kämpfen hatten.

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Die farbenfrohen Märkte waren für mich ausschliesslich was fürs Auge… Auch wenn der Käse sehr verlockend war…

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Auf der geführten Wanderung von Cusco nach Machu Picchu klärte ich im Voraus wieder alles genau ab – und musste dann einfach vertrauen.

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Mit Händen und Füssen versuchte ich von den Frauen in Raqchi zu erfahren, ob ihr Essen erdnuss- und kichererbsenfrei sei. Schlussendlich musste ich einmal mehr einfach vertrauen.

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In Arequipa setzte ich mich beim grossen Schmausen später dazu und trank dann noch einen Schnaps mit allen zusammen.

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Auf der Tour mit Dragoman war auch Barry dabei, ein australischer Spitzenkoch mit Glutenunverträglichkeit. Er war sich meiner Problematik sehr bewusst, kochte dementsprechend für alle und manchmal für mich sogar noch separat.

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Beim Übernachten in der Wüste nahe Huacachina stand nach Vorinformation und Vorabklären wieder Vertrauen auf dem Programm…

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Vor der Rückreise in die Schweiz kehrte ich nochmals nach Brasilien zurück, nach São Paulo. Dort wurde ich mit selbstgekochten Spezialtäten von meinem jetzigen Ehemann verwöhnt – das war dann halt doch auch ganz schön…

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Diese zehn Monate 1xrundherum sind etwas vom Besten, was ich in meinem Leben je gemacht habe. Auch heute noch denke ich täglich in irgendeiner Form an diese eindrückliche Zeit zurück.

Dass es bezüglich Erdnussallergie keinen Zwischenfall gab, führe ich auf meine grosse Vorsicht zurück. Ich weiss aber nicht, ob eine solche Reise im asiatischen Raum möglich gewesen wäre…

 

Was ich im Nachhinein anders anpacken würde: Ich würde die Abklärung, ob ich allergisch auf das raffinierte Erdnussöl reagiere, vor der Reise machen. Hätte ich nämlich dann schon gewusst, dass ich darauf nicht reagiere, wären wohl ein paar Situationen entspannter gewesen.

 

Wer mehr über meine Reise erfahren möchte – ich habe auch noch anderes gemacht, als mich um das Essen gekümmert – darf sich über den Verein bei mir melden. Auch für Fragen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung.
 

S. (Name dem Verein bekannt)